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Lorenz Spuhler

Kopf des Monats Juni 2011

Diesen Monat stellen wir Ihnen Lorenz Spuhler, Bio-Bauer aus Wislikofen, vor.

Lorenz Spuhler ist in Wislikofen aufgewachsen. Seine Eltern bewirtschafteten selbst einen Bauernhof in Wislikofen, doch die Familie musste den Ifanghof in jungen Jahren aus gesundheitlichen Gründen verpachten. Somit wuchs Lorenz Spuhler im Nachbarshaus auf. In der Jugendzeit verbrachte er zusammen mit seinen vier Geschwistern viel Zeit im eigenen Wald und den Weihnachtsbaumkulturen. Nach der Bezirksschule in Bad Zurzach machte Lorenz Spuhler die Ausbildung zum Landwirt, um später den elterlichen Hof zu übernehmen. Nach der Ausbildung zum Landwirt arbeitete er an verschiedenen Orten als Landwirt, Bauarbeiter und einige Zeit auch im Forstbetrieb Kaiserstuhl-Fisibach.

Nach einem unglücklichen Holzerunfall, welcher Lorenz Spuhler zu einer einjährigen Arbeitspause zwang, unternahm er zusammen mit seiner zukünftigen Ehefrau eine viereinhalbmonatige Reise quer durch Australien.
„Es war eine sehr schöne Zeit, das Land bietet sehr viel. Es ist alles sehr weitläufig und nicht so eng wie in der Schweiz“, so Lorenz Spuhler. Im April 1994 übernahm Lorenz Spuhler zusammen mit seiner Frau den Ifanghof und den Wald sowie die Weihnachtsbaumkulturen von seinem Vater. In der Anfangszeit half sein Bruder noch auf dem Bauernhof mit.

Auf den 01. Januar 1995 wurde der Hof auf biologischen Landbau umgestellt. Die Umstellung dauerte 2 Jahre. Nach dieser Zeit dürfen die Produkte unter dem Label „Bio Suisse“ mit dem Knospensignet vermarktet werden. Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Schweiz noch nicht viele Biobetriebe; in den darauf folgenden Jahren gab es aber einen richtigen Bioboom.
„Ein wesentlicher Unterschied zwischen einem Bio-Bauer und einem konventionellen Bauer ist der Verzicht auf chemische, synthetische hergestellte Spritz- und Düngemittel“, erklärt Lorenz Spuhler.
Lorenz Spuhler bewirtschaftet den 13 Hektaren Betrieb zusammen mit seiner Frau Gabi und den beiden Kindern Raphael, 14 Jahre, und Ronja, 12 Jahre, welche auch mithelfen. Auf dem Betrieb leben 18 Milchkühe mit Hörnern, 4 Mutterschweine mit ihren Jungen, 14 Mastschweine, 4 Mutterschafe mit ihren Jungen, 13 Wachteln und der Hofhund Fanny. Der Ifanghof produziert auch nach den strengsten Tierschutzrichtlinien der Schweiz, nämlich diejenigen von KAGfreiland. KAGfreiland ist eine gemeinnützige Organisation zum Wohl von Kuh, Schwein, Huhn & Co. Seit 1972 setzen sie sich für die artgerechte Haltung von Nutztieren ein und kämpfen gegen Missstände in der Tierhaltung. Sie finanzieren sich durch Mitgliederbeiträge und Spenden.

Als Bio-Bauer wird man streng kontrolliert. Zu den allgemeinen kantonalen Kontrollen wird der Betrieb von der Biokontrollstelle sowie von KAG-freiland jährlich kontrolliert. Zusätzlich erfolgen noch Lebensmittelkontrollen für die Milchproduktion und die Direktvermarktung. Die Kontrollen werden angemeldet oder auch unangemeldet durchgeführt.
„Unsere Produkte tragen alle die Bio-Knospe. Wir vermarkten Rinds-, Schweine- und Schaffleisch direkt ab Hof. Einen Teil der Milch wird ebenfalls ab Hof verkauft. Die restliche Milchmenge wird vom Milchverband der Nordwestschweiz (MIBA) in Basel ab Hof abgeholt und an die Emmi verkauft, wo sie dann zu verschiedenen Biomilchprodukten verarbeitet wird. Die Weihnachtsbäume verkaufen wir ebenfalls ab Hof oder beliefern Händler und Vereine. Bis ein Weihnachtsbaum die richtige Grösse erhält, um im Wohnzimmer geschmückt zu werden, dauert es bis zu 20 Jahre. Die Pflege dieser Weihnachtsbäume benötigt während des ganzen Jahres viel Arbeit“, meint Lorenz Spuhler über seine Produkte.

Über 20% der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Ifanghofs besteht aus ökologischen Ausgleichsflächen. Neben 1,5 km Niederhecken umfasst diese Fläche auch Blumenwiesen, Stein- und Asthaufen sowie Hochstammobstbäume. Im Weiteren wird in Mellstorf, im Gebiet Gweslig, eine Naturschutzfläche der Pro Natura gepflegt. Auf dieser geschützten Fläche gedeiht die seltene Pflanze, Küchenschelle, die je nach Witterung im März oder April blüht. Das Ziel dieser Ausgleichsflächen ist die Förderung und Erhaltung der natürlichen Artenvielfalt.

In seiner Freizeit fährt Lorenz Spuhler gerne Velo oder man trifft ihn zusammen mit seiner Familie auf dem Rhein bei einer Schlauchbootfahrt. Im Winter fährt er gerne Ski. Lorenz Spuhler war ebenfalls einige Zeit in der Umweltschutzkommission der Gemeinde Wislikofen sowie als Begleitperson für den Jugendtreff Raindrops aktiv, welcher von den Jugendlichen in Mellikon, Rümikon, Siglistorf und Wislikofen genutzt wurde.

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